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Dnipropetrowsk

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Dnipropetrowsk

Dnipropetrovsk 2

Die nach Einwohnern drittgrößte Stadt der Ukraine, von der oft auch in der Kurzform als “Dnepr” gesprochen wird, ist der Mittelpunkt der Region (“Oblast”) gleichen Namens und eines Ballungsraums mit einer Bevölkerung von mehr als 1,8 Millionen. Die Stadt hat große wirtschaftliche, vor allem industrielle Bedeutung. Wegen ihrer wichtigen Rolle für die sowjetische Rüstungsindustrie war sie bis nach der ukrainischen Unabhängigkeit eine sogenannte “closed city”, was bedeutete, dass Ausländer die Stadt nur mit Sondererlaubnis betreten durften. Im 19. Jahrhundert und noch bis 1926 hieß die Stadt Yekaterinoslav. Der heutige Name ist eine Kombination des Namens des Flusses Dnepr und des Namens des ukrainischen Sowjetpolitikers Grigory Petrovsky.

Dnipropetrowsk erstreckt sich zum größten Teil an den Ufern des Dnepr, des längsten und wichtigsten Flusses des Landes, der hier nahe dem Zusammenfluss mit dem Fluss Samara einen Bogen beschreibt. Das Stadtzentrum befindet sich am rechten Ufer, neuere Wohngebiete am linken. Die Wasserqualität des Dnepr, wie zu einem gewissen Grad auch die Luft in der Region, hat lange unter der von der Schwerindustrie verursachten Verschmutzung gelitten. Der mächtige Fluss hat auch einen gewissen Einfluss auf das Klima der Region, in der im Sommer oft sehr hohe Temperaturen erreicht werden.   

Überblick Dnipropetrowsk

Lage

Südlich-zentrale Ukraine

Dnipropetrovsk

Einwohner

1,033 Millionen

Gründungsjahr

1776

Das Gebiet am Fluss war schon immer eines, um das gestritten wurde. Berichte über Auseinandersetzungen zwischen den Tataren und dem Großherzogtum von Litauen und später den Kosaken gibt es schon aus dem 13. Jahrhundert und sie hielten für lange Zeiten an. Die erste dauerhafte Siedlung war im 16. Jahrhundert gegründet worden, doch während ihrer gesamten Existenz blieb sie von Attacken der Kosaken bedroht. 1776 wurde die Stadt mit dem Namen Yekaterinoslav gegründet, nachdem die Russen die Kosaken bezwungen hatten. In den ersten Jahrzehnten danach fiel das Wachstum der Stadt trotz hochfliegender Pläne vergleichsweise gering aus. Um 1880, nachdem in Nachbarstädten mit der Eisenproduktion begonnen worden und eine Bahnlinie gebaut worden war, um diese zu verbinden, begann Dnipropetrowsk aufzublühen und überschritt Anfang der 1890er Jahre die Marke von 100.000 Einwohnern. Von August 1941 bis Oktober 1943 kam die Stadt unter Nazi-Besatzung und verlor fast die Hälfte ihrer Einwohner. Nach dem Krieg wurde Dnipropetrowsk eine Stadt der Schwerindustrie und wurde als Produktionsstätte für Raketen und ballistische Waffensysteme in der Fabrik Yuzmash ausgewählt. Ein Manager von Yuzmash, Leonid Kuchma, wurde der zweite Präsident der Ukraine nach der Unabhängigkeit. Die ehemaligen Premierminister Pavlo Lazarenko und Yulia Tymoshenko stammen ebenfalls aus  Dnipropetrowsk. Während der Anti-Regierungsproteste von 2014 schien die Stadt zunächst in die beiden politischen Lager aufgeteilt zu sein, später jedoch schloss sich die Bevölkerung größtenteils der Kiewer Maidan-Bewegung an.

Die Wirtschaft der Stadt hat ihren Schwerpunkt auf Industrieproduktion und der Verarbeitung von Eisenerz. Trotzdem hat Dnipropetrowsk auch eine Reihe von Sehenswürdigkeiten zu bieten. Neben zahlreichen Beispielen für die stalinistische Architektur, beispielsweise entlang dem zentralen Boulevard namens Karla Marksa Prospect, sind zahlreiche weitere Gebäude wegen ihrer Architektur sehenswert, darunter das Astoriya Building und das 1910 erbaute Grand Hotel. Die meisten Besucher planen einen Stop an der Verklärungskathedrale (Transfiguration Cathedral), die bei ihrer Grundsteinlegung 1786 eines der ersten Gebäude in der Stadt war. Die Bevölkerung von Dnipropetrowsk dagegen zieht es immer wieder an die Flussufer. Entlang des Flusses befinden sich einige Parks, die beliebte Ziele für Wochenendausflüge sind. An einigen Stellen wurden am Dnepr sogar recht beliebte Strände geschaffen.

Dnipropetrowsk verfügt über einen internationalen Flughafen, der sich in den Außenbezirken der Stadt befindet. Dieser wird von einigen Gesellschaften angeflogen, die Verbindungen nach Russland, Israel, Österreich und zu einigen anderen Zielorten anbieten. Die Stadt ist außerdem gut an das überregionale Straßen- und Eisenbahnnetz angebunden. Innerhalb der Stadt gehören Busse, Trolleybusse und Trams zum Nahverkehrsangebot. Die Metro besteht nur aus einer Linie im Stadtzentrum.

 

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