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Saporischschja

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Saporischschja

Die derzeit sechstgrößte Stadt der Ukraine nach Einwohnerzahlen(alternativ auch: Saporishshja oder Saporischja) liegt an den Ufern des Flusses Dnepr im südöstlichen Teil des Landes, rund 85 Kilometer südlich von Dnipropetrowsk. Der Fluss spielt eine bedeutende Rolle für das tägliche Leben sowie für Kultur, Wirtschaft und Geschichte von Saporischschja, deren Name übersetzt soviel bedeutet wie “hinter den Stromschnellen”. 

Einen Teil des Stadtgebiets bildet die Flussinsel Chortyzja, ein historisch bedeutsamer Ort, dessen einzigartige Flora und Fauna in einem ausgewiesenen Schutzgebiet bewahrt wird. Nicht weit von der Insel befindet sich der Dnepr-Staudamm DniproHES, der 1932 fertiggestellt wurde. Der Damm, der bis 1570 Megawatt Strom erzeugen kann, ist mehr als 800 Meter lang und 61 Meter hoch. Da das aufgestaute Wasser hinter der Konstruktion die zuvor gefährlichen Stromschnellen, die der Stadt ihren Namen gaben, überflutet hat, ist nunmehr der Fluss Dnepr auf seiner gesamten Länge navigierbar. 

Nicht zuletzt dank der großen Energiemengen, die der Staudamm generiert und dank eines nahegelegenen Kernkraftwerks ist Saporischschja ein bedeutendes industrielles Zentrum für die ukrainische Wirtschaft. Die Stadt ist Sitz des Flugzeugmotorenwerks Motor Sich sowie von Stahlwerken, Chemieunternehmen und anderen bedeutenden Firmen.

Zaporizhia

Überblick Saporischschja

Lage

Südosten der Ukraine

Zaporizhia

Einwohner

770.700

Gründungsjahr

952

Saporischschja ist an die überregionalen Verkehrswege über einen kleinen Flughafen, Wasserwege und zwei große Bahnhöfe gut angebunden. In der Stadt gibt es mehrere Sehenswürdigkeiten zusätzlich zur Insel Chortyzja, dazu gehören mehrere Theater und Kunstgalerien. Ein lokaler Zusammenschluss von Künstlern und Kunsthandwerkern unter dem Namen Kolorit veranstaltet öffentliche Workshops und Ausstellungen am Brunnen des Lebens, der sich am zentralen Platz Mayakovskoho befindet. Daneben gibt es einige sehenswerte Museen, darunter das Nationale Museum der Geschichte des Saporoger Kosakentums. Zwischen Chortyzja und dem Staudamm liegen einige kleinere Inseln im Fluss und am rechten Flussufer befindet sich zudem ein beliebter Strand.

Rund um das Jahr 1990 zählte die Stadt noch fast 900.000 Einwohner, doch seitdem ist die Bevölkerungszahl auf unter 780.000 gesunken, von denen gut 20% etnische Russen sind. Russisch ist auch die gebräuchlichste Sprache in der Stadt. Während die geographische Lage schon für die Kosaken ab dem 16. Jahrhundert bedeutsam war, wurde eine befestigte Ansiedlung erst ab 1770 entwickelt, als eine Festung zur Verhinderung türkischer Attacken auf die weiter südlich gelegenen Ländereien errichtet wurde. Zunächst besiedelt durch Mennoniten aus Preußen entstand eine Stadt namens Alexandrovsk, doch eine wirkliche Entwicklung setzte erst ab den 1920ern ein, als der Damm geplant wurde und Industrien entsprechend eines Masterplans hier angesiedelt wurden. Im Zweiten Weltkrieg litt die Stadt sehr. Als sich die Deutschen 1941 auf Saporischschja zu bewegten, sprengte die Rote Armee ein Loch in den Staudamm, was eine Flut auslöste, die tausende Menschen flussabwärts das Leben kostete. Die Stadt wurde von den Deutschen, die Saporischschja für etwa zwei Jahre hielten, zu einem regionalen Hauptquartier gemacht und als sie sich 1943 vor der anrückenden Roten Armee zurückzogen, verursachten auch sie viele absichtliche Schäden.

Auch Saporischschja erlebte während der Euromaidan-Revolution von 2014 Anti-Regierungsproteste und wurde zum Schauplatz von Zusammenstößen zwischen Ukrainern und pro-russischen Demonstranten während des sich anschließenden Konflikts, stand aber nie in Gefahr, zu einem Teil des von Russland besetzten Gebiets zu werden.

 

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